Optimale Nachsorge verstehen
Sedierung bei zahnärztlichen
und mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Eingriffen
Was bedeutet eine Sedierung?
Eine Sedierung ist ein medikamentös unterstütztes Verfahren, das Ihnen hilft, einen Eingriff entspannt und angstfrei zu erleben.
Im Gegensatz zur Vollnarkose atmen Sie bei einer Sedierung selbstständig und bleiben grundsätzlich ansprechbar. Manche Patienten erinnern sich später nur noch teilweise oder gar nicht mehr an die Behandlung.
Eine Sedierung kann sinnvoll sein bei:
- Ausgeprägter Behandlungsangst
- Größeren chirurgischen Eingriffen
- Weisheitszahnentfernungen
- Knochenaufbauten
- Implantationen
- Längeren Behandlungen
- Ausgeprägtem Würgereiz
- Negativen Vorerfahrungen bei zahnärztlichen Eingriffen
Welche Vorteile bietet eine Sedierung?
Viele Patienten berichten über:
- Deutlich weniger Angst
- Mehr Entspannung während des Eingriffs
- Weniger Stress
- Ein verkürztes Zeitempfinden
- Weniger Erinnerungen an die Behandlung
- Angenehmeres Behandlungserlebnis
Eine Sedierung ersetzt jedoch nicht die örtliche Betäubung. Die eigentliche Schmerzfreiheit wird durch die lokale Anästhesie erreicht.
Achtung
viele Privatversicherer weigern sich die Kosten für Sedierungen zu tragen
Was müssen Sie vor der Sedierung beachten?
Gesundheitsangaben
Bitte informieren Sie uns über:
- Sämtliche Medikamente
- Allergien
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Lungenerkrankungen
- Asthma
- Schlafapnoe
- Diabetes
- Lebererkrankungen
- Nierenerkrankungen
Frühere Narkosen oder Sedierungen
- Frühere Komplikationen bei Operationen
- Gebrauch und Konsum von Bewusstseinsverändernden Substanzen
Diese Informationen sind wichtig für die sichere Durchführung der Sedierung.
Medikamente
Bitte nehmen Sie Ihre Medikamente nur entsprechend der mit Ihnen besprochenen Anweisungen ein.
Setzen Sie Medikamente niemals eigenständig ab.
Insbesondere bei
- Blutverdünnern
- Herzmedikamenten
- Diabetesmedikamenten
- Psychopharmaka
können besondere Regelungen gelten.
Nüchternheit vor einer Sedierung
Für eine sichere Durchführung der Sedierung ist es wichtig, dass Sie die Nüchternheitsregeln konsequent einhalten.
Während einer Sedierung können Schutzreflexe des Körpers vorübergehend eingeschränkt sein. Befinden sich noch Speisen oder größere Flüssigkeitsmengen im Magen, besteht das Risiko, dass Mageninhalt in die Atemwege gelangt. Die Einhaltung der Nüchternheitsregeln dient daher Ihrer Sicherheit.
Essen
Bitte essen Sie spätestens sechs Stunden vor dem Eingriff nichts mehr.
Dazu zählen beispielsweise:
- Frühstück
- Mittagessen
- Abendessen
- Snacks
- Süßigkeiten
- Kaugummi
- Bonbons
Auch kleine Mengen sollten vermieden werden.
Trinken
Klare Flüssigkeiten sollten spätestens ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff nicht mehr getrunken werden.
Hierzu zählen:
- Wasser
- Ungesüßter Tee
- Schwarzer Kaffee ohne Milch
Milchhaltige Getränke, Säfte mit Fruchtfleisch oder andere kalorienhaltige Getränke sollten deutlich früher vermieden werden.
Rauchen
Bitte verzichten Sie spätestens sechs Stunden vor dem Eingriff auf das Rauchen.
Nikotin kann:
- Kreislauf und Blutdruck beeinflussen
- die Atemwege reizen
- die Sauerstoffversorgung verschlechtern
- die Wundheilung negativ beeinflussen
Je länger vor und nach dem Eingriff auf Nikotin verzichtet wird, desto besser.
Medikamente
Ihre regulären Medikamente nehmen Sie bitte nur entsprechend der mit Ihrem Behandlungsteam besprochenen Anweisungen ein.
Setzen Sie Medikamente niemals eigenständig ab.
Benötige ich eine Begleitperson?
Ja.
Nach einer intravenösen Sedierung dürfen Sie die Praxis nicht alleine verlassen.
Sie benötigen eine verantwortliche Begleitperson, die Sie nach Hause begleitet und in den ersten Stunden unterstützt. Fachgesellschaften empfehlen darüber hinaus eine Betreuung durch eine verantwortliche erwachsene Person während der ersten 24 Stunden.
Wie läuft die Sedierung ab?
Vor dem Eingriff
Vor Beginn werden:
- Kreislaufparameter gemessen und kontrolliert
- Sauerstoffsättigung überwacht
Anschließend wird ein venöser Zugang gelegt.
Während der Sedierung
Sie erhalten beruhigende Medikamente über die Vene.
Viele Patienten verspüren:
- Entspannung
- Müdigkeit
- Gelassenheit
- Gleichgültigkeit gegenüber dem Eingriff
- Während der gesamten Behandlung werden Ihre Vitalfunktionen überwacht.
Nach dem Eingriff
Nach Behandlungsende bleiben Sie zunächst unter Beobachtung.
Die Entlassung erfolgt erst, wenn:
- Kreislauf stabil ist
- Sie ausreichend wach sind
- Sie sicher sitzen und gehen können
- keine behandlungsbedürftigen Komplikationen bestehen.
Was ist nach der Sedierung normal?
In den ersten Stunden können auftreten:
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Konzentrationsschwäche
- Benommenheit
- Unsicheres Ganggefühl
- Verlangsamte Reaktionen
- Leichte Übelkeit
- Erinnerungslücken
Diese Erscheinungen sind typische Folgen der Sedierungsmedikamente und klingen normalerweise innerhalb weniger Stunden ab.
Die ersten 24 Stunden nach der Sedierung
Auch wenn Sie sich bereits fit fühlen, können Ihre Reaktionsfähigkeit und Ihr Urteilsvermögen noch eingeschränkt sein.
Bitte halten Sie deshalb die folgenden Regeln konsequent ein.
Fahren Sie kein Fahrzeug
Für mindestens 24 Stunden dürfen Sie nicht:
- Auto fahren
- Motorrad fahren
- E-Scooter fahren
- Fahrrad fahren
- Maschinen bedienen
Ihre Reaktionsfähigkeit kann länger eingeschränkt sein, als Sie selbst wahrnehmen.
Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen
Vermeiden Sie für mindestens 24 Stunden:
- Vertragsabschlüsse
- Finanzielle Entscheidungen
- Rechtlich bindende Unterschriften
- Geschäftliche Entscheidungen
Das Urteilsvermögen kann vorübergehend beeinträchtigt sein.
Kein Alkohol
Trinken Sie für mindestens 24 Stunden keinen Alkohol.
Alkohol kann die Wirkung der Sedierungsmedikamente verstärken und unerwartete Nebenwirkungen verursachen.
Keine Beruhigungs- oder Schlafmittel ohne Rücksprache
Nehmen Sie keine zusätzlichen:
- Schlafmittel
- Beruhigungsmittel
- sedierenden Medikamente
ohne ausdrückliche ärztliche Anweisung ein.
Medikamente
Bitte nehmen Sie sämtliche verordneten Medikamente genau nach Anweisung ein.
Dazu können gehören:
- Schmerzmittel
- Antibiotika
- Abschwellende Medikamente
- Weitere individuell verordnete Präparate
Bitte ändern Sie Dosierungen nicht eigenständig. Bitte setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab.
Ernährung
Nach Freigabe durch das Behandlungsteam dürfen Sie wieder trinken und essen.
Die Regeln richten sich primär nach dem durchgeführten Eingriff.
Beginnen Sie vorzugsweise mit:
- Wasser
- Tee
- leichter Kost
Falls Übelkeit besteht, sollten zunächst kleinere Mengen aufgenommen werden.
Körperliche Belastung
Verzichten Sie am Behandlungstag auf:
- Sport
- Fitnessstudio
- Joggen
- Radfahren
- Schwere körperliche Arbeit
- Gartenarbeit
Am Folgetag ist meist eine schrittweise Rückkehr zu normalen Aktivitäten möglich.
Arbeiten nach einer Sedierung
Je nach Art Ihrer Tätigkeit ist eine Arbeitsunfähigkeit für den Behandlungstag sinnvoll.
Besondere Vorsicht gilt bei:
- Berufskraftfahrern
- Maschinenführern
- Piloten
- Tätigkeiten mit Absturzgefahr
- Tätigkeiten mit hoher Verantwortung
Was ist normal?
Folgende Beschwerden sind häufig und meist unbedenklich:
- Müdigkeit
- Schläfrigkeit
- Leichte Benommenheit
- Erinnerungslücken
- Leichte Übelkeit
- Leichter Schwindel
- Konzentrationsschwäche
- Verlangsamte Reaktionen
Diese Beschwerden bessern sich normalerweise im Verlauf der ersten Stunden deutlich.
Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen
Komplikationen sind selten, können jedoch auftreten.
Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Kreislaufbeschwerden
- Schwindel
- Allergische Reaktionen
- Vorübergehende Atemdepression
- Vorübergehender Sauerstoffabfall
- Verlängerte Müdigkeit
Wann sollten Sie sofort Kontakt aufnehmen?
Bitte melden Sie sich umgehend bei Ihrem Behandler bei:
- Atembeschwerden
- Anhaltender starker Benommenheit
- Wiederholtem Erbrechen
- Starken Kreislaufproblemen
- Bewusstseinsstörungen
- Allergischen Reaktionen
- Brustschmerzen
- Neu auftretenden Herzrhythmusstörungen
- Auffälliger Verschlechterung Ihres Allgemeinzustandes
Was sollten Angehörige beachten?
Die Begleitperson sollte darauf achten, dass Sie:
- Sicher nach Hause gelangen
- Ausreichend trinken
- Medikamente korrekt einnehmen
- Nicht alleine unterwegs sind
- Die Verhaltensregeln einhalten
Insbesondere bei anhaltender Schläfrigkeit sollte die Begleitperson erreichbar bleiben und bei Auffälligkeiten Kontakt mit dem Behandlungsteam aufnehmen.

