Optimale Nachsorge verstehen

Chirurgische Eingriffe an der Haut insbesondere im Gesicht

Was versteht man unter Hautchirurgie im Gesichtsbereich?

Unter Hautchirurgie versteht man operative Eingriffe an der Haut und dem darunterliegenden Gewebe. Im Gesicht werden solche Eingriffe besonders sorgfältig geplant, da neben der vollständigen Entfernung krankhafter Veränderungen auch die ästhetische Wiederherstellung und möglichst unauffällige Narbenbildung eine wichtige Rolle spielen.

Die meisten Eingriffe können ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Warum werden Hautoperationen durchgeführt?

Gründe für einen chirurgischen Eingriff können sein:

  • Auffällige Hautveränderungen
  • Muttermale
  • Pigmentierte Hautveränderungen
  • Basalzellkarzinome (Basaliome)
  • Plattenepithelkarzinome
  • Hautkrebs-Vorstufen
  • Chronische Wunden
  • Gutartige Hauttumoren
  • Fibrome
  • Zysten
  • Talgdrüsenzysten
  • Narbenkorrekturen
  • Wiederkehrende Entzündungen
  • Unklare Hautveränderungen
  • Veränderungen mit Wachstumstendenz
  • Veränderungen mit Blutungen oder Krustenbildung
Ziel des Eingriffs ist die sichere Diagnosestellung, die vollständige Entfernung krankhafter Veränderungen und die Wiederherstellung eines möglichst natürlichen Erscheinungsbildes.

Warum ist eine feingewebliche Untersuchung wichtig?

Viele Hautveränderungen können äußerlich ähnlich aussehen. Selbst erfahrene Behandler können allein anhand des Aussehens häufig nicht mit absoluter Sicherheit beurteilen, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist.

Deshalb wird das entfernte Gewebe in den meisten Fällen an ein pathologisches Institut gesendet. Dort erfolgt eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop.

Erst diese Untersuchung ermöglicht die endgültige Diagnose.

Was sind Basaliome und andere Hauttumoren?

Basalzellkarzinom (Basaliom)

Das Basaliom ist der häufigste bösartige Hauttumor des Menschen.
Typische Merkmale können sein:

  • Langsames Wachstum
  • Wiederkehrende Krustenbildung
  • Kleine nicht heilende Wunden
  • Glänzende Hautveränderungen
  • Wiederkehrende Blutungen

Basaliome streuen nur äußerst selten, können jedoch das umliegende Gewebe zerstören und sollten daher vollständig entfernt werden.

Plattenepithelkarzinom

Diese Form von Hautkrebs kann aggressiver wachsen und besitzt ein gewisses Risiko der Absiedlung in Lymphknoten.

Eine frühzeitige Behandlung ist daher besonders wichtig.

Muttermale und Pigmentveränderungen

Veränderungen von:

  • Größe
  • Farbe
  • Begrenzung
  • Form

können Anlass für eine operative Entfernung und Untersuchung sein.

Was ist eine Narbenkorrektur?

Narbenkorrekturen werden durchgeführt bei:

  • Breiten Narben
  • Eingezogenen Narben
  • Auffälligen Narben
  • Schmerzhafter Narbenbildung
  • Funktionellen Einschränkungen
  • Ästhetisch störenden Narben

Ziel ist die Verbesserung des Erscheinungsbildes und gegebenenfalls der Funktion.

Eine vollständige Unsichtbarkeit einer Narbe kann jedoch nicht garantiert werden.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Erkrankungen

Bitte informieren Sie uns über alle bestehenden oder früheren Erkrankungen, auch wenn Sie diese selbst nicht für relevant halten.
Besonders wichtig sind:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Gerinnungsstörungen
  • Allergien
  • Autoimmunerkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Immunschwäche
  • Tumorerkrankungen
  • Frühere Bestrahlungen
  • Neigung zu überschießender Narbenbildung
  • Frühere Operationen im Gesichtsbereich

Medikamente

Bitte informieren Sie uns über sämtliche Medikamente, die Sie regelmäßig oder gelegentlich einnehmen.
Besonders wichtig sind:

Blutverdünner

Details

Blutverdünnende Medikamente

  • ASS (Aspirin)
  • Clopidogrel
  • Eliquis
  • Xarelto
  • Pradaxa
  • Lixiana
  • Marcumar

Bitte setzen Sie diese Medikamente niemals eigenständig ab.

Immunsuppressive Medikamente

Details
  • Cortison
  • Methotrexat
  • Biologika

Rauchen

Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Haut und kann:

  • die Wundheilung verzögern
  • das Infektionsrisiko erhöhen
  • die Narbenqualität verschlechtern
  • das Risiko von Wundheilungsstörungen steigern

Ein möglichst langer Nikotinverzicht vor und nach dem Eingriff verbessert die Heilungschancen.

Essen und Trinken

Bei einer Behandlung in örtlicher Betäubung sollten Sie vorher normal essen und trinken.
Bitte erscheinen Sie nicht nüchtern.
Bei einer Sedierung gelten die gesonderten Nüchternheitsregeln.

Organisation zuhause

Bereiten Sie sich bereits vor dem Eingriff auf die ersten Tage nach der Operation vor.
Empfehlenswert sind:

  • Kühlmöglichkeiten bereitlegen
  • Verordnete Medikamente besorgen
  • Wichtige Termine reduzieren
  • Körperliche Belastungen vermeiden
  • Bei Sedierung eine Begleitperson organisieren
  • Für ausreichende Ruhe in den ersten Tagen sorgen
  • Organisieren Sie sich zusätzliche leicht waschbare Kissenbezüge für Ihr Bett da Blutspuren vorkommen können

Was passiert während des Eingriffs?

Betäubung

Der Eingriff erfolgt meist in örtlicher Betäubung; je nach Umfang kann zusätzlich eine Sedierung durchgeführt werden. Während des Eingriffs können Sie Druck, Zug oder Vibrationen wahrnehmen, Schmerzen sollten dabei jedoch nicht auftreten.

Entfernung der Hautveränderung

Die Veränderung wird mit einem Sicherheitsabstand entfernt. Die Größe dieses Sicherheitsabstands richtet sich nach der Art, Lage und Größe der Veränderung sowie nach der Verdachtsdiagnose.

Rekonstruktion des Defektes

Je nach Größe des Defektes kann die Wunde durch einen direkten Nahtverschluss, lokale Verschiebelappen, Rotationslappen, Hauttransplantationen oder eine Kombination verschiedener Verfahren versorgt werden. Im Gesicht wird dabei besonderer Wert auf ein ästhetisch günstiges Ergebnis gelegt.

Wundverschluss

Die Haut wird sorgfältig vernäht. In unserer Praxis werden nicht resorbierbare Fäden verwendet. Diese werden bei einem späteren Termin entfernt.

Was ist unmittelbar nach dem Eingriff normal?

Nach einer Hautoperation können auftreten:

  • Spannungsgefühl
  • Schwellung
  • Blutergüsse
  • Druckgefühl
  • Leichte Nachblutung
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Vorübergehende Verhärtungen

Diese Beschwerden sind in den ersten Tagen meist normale Folgen des Eingriffs.

Die ersten 24 Stunden

Verband

Bitte belassen Sie den angelegten Verband wie besprochen.

Vermeiden Sie unnötige Manipulationen.

Kühlung

Kühlen Sie die betroffene Gesichtshälfte regelmäßig:

  • 15 Minuten kühlen
  • 15 Minuten Pause

über mehrere Stunden.

Kühlpacks niemals direkt auf die Haut legen.

Ruhe

Vermeiden Sie am Operationstag:

  • Sport
  • körperliche Anstrengung
  • schweres Heben
  • Gartenarbeit
  • körperlich belastende Tätigkeiten

Medikamente

Bitte nehmen Sie sämtliche verordneten Medikamente genau nach Anweisung ein.

Hierzu können gehören:

  • Schmerzmittel
  • Antibiotika
  • Salben
  • Wundpflegeprodukte
  • Weitere individuell verordnete Medikamente

Bitte verändern Sie Dosierungen nicht eigenständig. Bitte setzen Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache ab.

Wundpflege

Bitte halten Sie sich genau an die individuellen Anweisungen zur Wundpflege.

Je nach Eingriff können unterschiedliche Empfehlungen gelten.

Wichtig ist insbesondere:

  • Sauberkeit
  • Schutz vor Reibung
  • Schutz vor Zugbelastung
  • Regelmäßige Kontrollen

Besonderheiten bei Operationen im Gesicht

Die Gesichtshaut ist sehr gut durchblutet.

Dies führt häufig zu:

  • Schwellungen
  • Blutergüssen
  • Vorübergehenden Farbveränderungen

Insbesondere im Bereich von:

  • Augenlidern
  • Nase
  • Lippen
  • Wangen

können Schwellungen zunächst deutlich ausgeprägt erscheinen.

Dies bedeutet nicht automatisch eine Komplikation.

Ernährung nach der Zahnextraktion

Erste Tage

Empfohlen werden:

  • weiche Speisen
  • lauwarme Speisen
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr

geeignet sind unter anderem folgende Nahrungsmittel:

  • Kartoffelbrei
  • Rührei
  • Joghurt
  • Quark
  • Suppen
  • Haferbrei
  • weiche Nudeln

Vermeiden Sie

  • sehr heiße Speisen
  • Alkohol
  • harte Nahrung
  • scharf gewürzte Speisen

in den ersten Tagen.

Bitte erst essen wenn die Betäubung abgeklungen ist

Der normale Heilungsverlauf

Tag 1

Typisch sind:

  • leichte Schmerzen
  • beginnende Schwellung
  • Spannungsgefühl

Tag 2

Schwellung und Blutergüsse können weiter zunehmen.

Tag 3

Viele Patienten bemerken jetzt die deutlichsten Verfärbungen.

Tag 4

Die stärkste Schwellung wird häufig um den vierten Tag erreicht.

Dies stellt meist einen normalen Heilungsverlauf dar.

Tag 5-7

Die Beschwerden beginnen normalerweise langsam zurückzugehen.

Schwellung, Blutergüsse und Spannungsgefühl bessern sich schrittweise.

Woche 2

Die Fäden werden entfernt.

Die Wunde ist meist stabil verschlossen.

Woche 3-8

Die Narbe beginnt auszureifen.

Verhärtungen und Rötungen können weiterhin bestehen.

Monat 2-6

Die Narbenreifung setzt sich fort.

Narben verändern sich häufig über viele Monate.

Narbenheilung

Narben entwickeln sich über einen langen Zeitraum.
In den ersten Wochen können Narben:

  • gerötet sein
  • verhärtet sein
  • auffälliger erscheinen

Dies ist meist Teil der normalen Heilung.

Die endgültige Narbenqualität lässt sich häufig erst nach mehreren Monaten beurteilen.

Sonnenschutz

Frische Narben sollten konsequent vor UV-Strahlung geschützt werden.
Empfohlen wird:

  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Sonnenschutz verwenden
  • Narben möglichst abdecken

für mindestens sechs bis zwölf Monate.

Dadurch können dauerhafte Verfärbungen reduziert werden.

Mögliche Komplikationen

Auch bei sorgfältiger Durchführung können Komplikationen auftreten.

Nachblutung

Leichte Nachblutungen sind häufig.

Stärkere Nachblutungen sind selten.

Wundheilungsstörung

Gelegentlich kann die Heilung verzögert verlaufen.

Infektion

Mögliche Hinweise:

  • zunehmende Schmerzen
  • zunehmende Schwellung
  • Eiteraustritt
  • Fieber

Auffällige Narbenbildung

In Einzelfällen können entstehen:

  • Verbreiterte Narben
  • Wulstige Narben
  • Keloide
  • Eingezogene Narben

Teilweises Wiederauftreten einer Hautveränderung

Insbesondere bei bestimmten Tumorarten kann eine erneute Behandlung erforderlich werden.

Was ist normal – und was nicht?

Normal

  • Schwellung bis Tag 4
  • Blutergüsse
  • Spannungsgefühl
  • Leichte Rötung
  • Vorübergehende Verhärtung
  • Leichte Temperaturerhöhung
  • Narbenrötung in den ersten Wochen

Nicht Normal

  • Zunehmende Schwellung nach Tag 5
  • Eiteraustritt
  • Neu auftretende starke Schmerzen
  • Ausgeprägte Rötung mit Überwärmung
  • Anhaltende starke Blutung
  • Fieber über 38,5 °C
  • Rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Wann sollten Sie uns kontaktieren?

Bitte nehmen Sie umgehend Kontakt mit uns auf bei:

  • Fieber über 38,5 °C
  • zunehmender Schwellung nach dem fünften Tag
  • starken Schmerzen trotz Schmerzmitteln
  • Eiteraustritt
  • anhaltender starker Blutung
  • ausgeprägter Wundöffnung
  • allergischen Reaktionen auf Medikamente
  • rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Sport und körperliche Belastung

Verzichten Sie in der ersten Woche möglichst auf:

  • Joggen
  • Fitnessstudio
  • Krafttraining
  • schwere körperliche Arbeit

Bei größeren Rekonstruktionen kann eine längere Schonungsphase erforderlich sein.

Fäden und Kontrolltermine

Da nicht resorbierbare Fäden verwendet werden, ist eine Fadenentfernung erforderlich.

Diese dienen dazu:

  • die Wundheilung zu kontrollieren
  • das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung zu besprechen
  • Komplikationen frühzeitig zu erkennen
  • die Narbenentwicklung zu überwachen
  • gegebenenfalls weitere Behandlungen zu planen
Bitte nehmen Sie alle vereinbarten Kontrolltermine wahr.

Die feingewebliche Untersuchung

Viele Hautveränderungen können nur durch eine mikroskopische Untersuchung sicher beurteilt werden.

Das Ergebnis liegt meist einige Tage nach dem Eingriff vor.

Anhand dieses Befundes wird entschieden, ob die Behandlung abgeschlossen ist oder weitere Maßnahmen notwendig sind.

Zusammenfassung

Chirurgische Eingriffe an der Gesichtshaut dienen der Entfernung und Abklärung auffälliger Hautveränderungen, Hauttumoren, Muttermale, Narben oder anderer Gewebeveränderungen. Schwellungen, Blutergüsse und Spannungsgefühle nehmen häufig bis zum vierten Tag zu und gehen anschließend langsam zurück. Eine sorgfältige Wundpflege, körperliche Schonung, die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente, konsequenter Sonnenschutz und die Wahrnehmung aller Kontrolltermine tragen wesentlich zu einer komplikationsfreien Heilung und einer möglichst unauffälligen Narbenbildung bei. Bei zunehmenden Beschwerden nach dem fünften Tag, Fieber, Eiteraustritt oder stärkeren Nachblutungen sollte eine zeitnahe Kontrolle erfolgen.