Optimale Nachsorge verstehen
Knochenaufbau in der Mundhöhle
Was ist ein Knochenaufbau?
Ein Knochenaufbau ist ein chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung oder Vergrößerung von verloren gegangenem Kieferknochen. Ziel ist es, ein ausreichendes Knochenangebot für die langfristige Stabilität von Zähnen, Implantaten oder prothetischen Versorgungen zu schaffen.
Knochenaufbauten gehören heute zu den etablierten Verfahren der modernen Implantologie und rekonstruktiven Oralchirurgie.
Der Eingriff kann sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer durchgeführt werden.
Warum wird ein Knochenaufbau durchgeführt?
Ein Knochenaufbau kann notwendig werden bei:
- Knochenverlust nach Zahnverlust
- Parodontitisbedingtem Knochenabbau
- Entzündungsbedingten Knochendefekten
- Zystenbedingten Defekten
- Nach Entfernung von Zähnen
- Nach Unfällen
- Nach Tumoroperationen
- Angeborenen Knochendefekten
- Vor einer Implantation
- Zur Verbesserung der Langzeitstabilität eines Implantates
- Zur Wiederherstellung natürlicher Kieferkonturen
Welche Materialien werden verwendet?
Je nach Situation können unterschiedliche Materialien eingesetzt werden:
- Eigenknochen
- Knochenersatzmaterialien
- Mischungen aus Eigenknochen und Knochenersatzmaterial
- Kollagenmembranen
- Titanverstärkte Konstruktionen
- Weitere regenerative Materialien
Metalle
Details
Medizinischer Edelstahl
Details
Auch diese Materialien erfüllen höchste medizinische Qualitätsstandards und werden seit vielen Jahrzehnten erfolgreich in der Chirurgie eingesetzt.
Titan
Details
Titan hat sich seit Jahrzehnten in der Medizin bewährt und wird unter anderem auch in der Unfallchirurgie, Orthopädie, Herzchirurgie und Implantologie eingesetzt.
Patienten mit bekannten Allergien gegen Metalle, beispielsweise Nickel, müssen sich in der Regel keine Sorgen machen, da medizinisches Reintitan kein Nickel enthält und sich durch eine ausgezeichnete Gewebeverträglichkeit auszeichnet.
Darüber hinaus geht Titan eine direkte und stabile Verbindung mit dem Knochen ein, was eine langfristige Einheilung und Belastbarkeit ermöglicht.
Die verwendeten Materialien zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität, Belastbarkeit und sehr gute Gewebeverträglichkeit aus.
MRT-Untersuchungen
Sowohl Titanimplantate als auch die üblicherweise verwendeten Fixierungsschrauben oder Osteosynthesematerialien stellen normalerweise kein Hindernis für spätere MRT-Untersuchungen dar.
Bitte informieren Sie dennoch den behandelnden Arzt oder die radiologische Einrichtung vor einer MRT-Untersuchung über vorhandene Implantate oder Osteosynthesematerialien.
Flughafenkontrollen und Sicherheitssysteme
Probleme bei Flughafenkontrollen oder modernen Sicherheitssystemen sind aufgrund der geringen Materialmengen im Gesichts- und Kieferbereich äußerst ungewöhnlich.
Spezielle Ausweise oder Bescheinigungen sind hierfür in der Regel nicht erforderlich.
Sicherheit und Qualität
Alle verwendeten Materialien werden nach strengen Qualitätsstandards hergestellt und unterliegen umfangreichen Kontrollen hinsichtlich:
- Reinheit
- Materialqualität
- Biokompatibilität
- Stabilität
- Langzeitverträglichkeit
- Medizinischer Zulassung
Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?
Bitte informieren Sie uns über alle bestehenden oder früheren Erkrankungen, auch wenn Sie diese selbst nicht für relevant halten.
Besonders wichtig sind unter anderem:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes mellitus
- Gerinnungsstörungen
- Allergien
- Asthma
- Osteoporose
- Autoimmunerkrankungen
- Lebererkrankungen
- Nierenerkrankungen
- Tumorerkrankungen
- Frühere Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich
- Immunschwäche
- Frühere Operationen im Kieferbereich
Medikamente
Bitte informieren Sie uns über sämtliche Medikamente, die Sie regelmäßig oder gelegentlich einnehmen.
Besonders wichtig sind:
Blutverdünnende Medikamente
Details
- ASS
- Clopidogrel
- Eliquis
- Xarelto
- Pradaxa
- Lixiana
- Marcumar
Bitte setzen Sie diese Medikamente niemals eigenständig ab.
Medikamente gegen Osteoporose
Details
- Bisphosphonate
- Denosumab
- etc.
Diese Medikamente können Einfluss auf die Knochenheilung haben.
Immunsuppressive Medikamente
Details
- Cortison
- Methotrexat
- Biologika
Diese Medikamente können Einfluss auf die Knochenheilung haben.
Antidepressiva
Details
- Citalopram und Escitalopram
- Sertralin
- Duloxetin und Venlafaxin
- etc.
Diese Medikamente können Einfluss auf die Knochenheilung haben.
Ernährung
Essen und Trinken
Bei einer Behandlung in örtlicher Betäubung sollten Sie vor dem Eingriff normal essen und trinken.
Bitte erscheinen Sie nicht nüchtern.
Bei einer Sedierung gelten die gesonderten Nüchternheitsregeln.
Rauchen
Rauchen gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Komplikationen nach Knochenaufbauten.
Nikotin kann:
- die Durchblutung verschlechtern
- die Knochenheilung beeinträchtigen
- das Risiko für Infektionen erhöhen
- das Risiko für Materialverluste erhöhen
- den Langzeiterfolg vermindern
Ein möglichst langer Nikotinverzicht vor und nach dem Eingriff verbessert die Heilungschancen erheblich.
Organisation zuhause
Bereiten Sie sich bereits vor dem Eingriff auf die ersten Tage nach der Operation vor.
Empfehlenswert sind:
- Kühlpacks bereitlegen
- Verordnete Medikamente besorgen
- Weiche Lebensmittel einkaufen
- Körperliche Belastungen für die ersten Tage reduzieren
- Ausreichend Getränke bereitstellen
- Bei Sedierung eine Begleitperson organisieren
- Termine und Verpflichtungen möglichst reduzieren
- Kissen für erhöhte Schlafposition
Eine gute Vorbereitung erleichtert die Erholungsphase erheblich.
Was passiert während der Wurzelspitzenresektion?
Betäubung
Einbringen des Aufbaumaterials
Stabilisierung
Vorbereitung des Defektes
Der vorhandene Knochen wird sorgfältig gereinigt und vorbereitet.
Wundverschluss
Was ist unmittelbar nach dem Eingriff normal?
Nach einem Knochenaufbau können auftreten:
- Druckgefühl
- Schwellung
- Spannungsgefühl
- Blutgeschmack
- leichte Nachblutungen
- Blutergüsse
- Beschwerden beim Kauen
- eingeschränkte Mundöffnung
- Berührungsempfindlichkeit
Diese Beschwerden sind in den ersten Tagen meist normale Folgen des Eingriffs.
Die ersten 24 Stunden
Auf den Tupfer beißen
Falls ein Tupfer eingelegt wurde:
- etwa 30 bis 60 Minuten fest zubeißen
- nicht ständig kontrollieren
Nicht spülen
Bitte in den ersten 24 Stunden:
- nicht kräftig spülen
- nicht gurgeln
Dadurch wird die Wundheilung unterstützt.
Kühlung
Kühlen Sie die betroffene Gesichtshälfte regelmäßig:
- 15 Minuten kühlen
- 15 Minuten Pause
über mehrere Stunden.
Kühlpacks niemals direkt auf die Haut legen.
Ruhe
Vermeiden Sie am Operationstag:
- Sport
- körperliche Anstrengung
- schweres Heben
- Gartenarbeit
- körperlich belastende Tätigkeiten
Medikamente
Bitte nehmen Sie sämtliche verordneten Medikamente genau nach Anweisung ein.
Hierzu können gehören:
- Schmerzmittel
- Antibiotika
- Mundspüllösungen
- Abschwellende Medikamente
- Weitere individuell verordnete Medikamente
Bitte verändern Sie Dosierungen nicht eigenständig. Bitte setzen Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache ab.
Schlafen nach der Operation
In den ersten Nächten hilfreich:
- Oberkörper leicht erhöht
- zusätzliches Kissen
Dadurch:
- weniger Schwellung
- geringere Spannungsgefühle
Ernährung nach der Zahnextraktion
Erste Tage
Empfohlen werden:
- weiche Speisen
- lauwarme Speisen
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
geeignet sind unter anderem folgende Nahrungsmittel:
- Kartoffelbrei
- Rührei
- Joghurt
- Quark
- Suppen
- Haferbrei
- weiche Nudeln
Vermeiden Sie
- sehr heiße Speisen
- Alkohol
- harte Nahrung
- scharf gewürzte Speisen
in den ersten Tagen.
Im Fall eines Knochenaufbaus in der Kieferhöhle: Bitte die ersten 2 Wochen nicht schnäuzen !!!! Verwenden Sie ggf abschwellende Nasentropfen.
Bitte Lesen Sie zusätzlich das Kapitel Kieferhöhleoperationen
Mundhygiene
Eine gute Mundhygiene unterstützt die Heilung und reduziert das Infektionsrisiko.
Bitte reinigen Sie:
- alle übrigen Zähne normal
- das Operationsgebiet vorsichtig nach Anweisung
Die Operationswunde sollte zunächst nicht direkt mit der Zahnbürste bearbeitet werden.
Besonderheiten nach Knochenaufbauten
Der Erfolg eines Knochenaufbaus hängt wesentlich von einer störungsfreien Einheilung ab.
Bitte vermeiden Sie:
- Manipulationen an der Wunde
- Berührungen mit Fingern
- Saugen an der Wunde
- kräftiges Ausspucken
- Rauchen
Der normale Heilungsverlauf
Tag 1
Typisch sind:
- leichte Schmerzen
- beginnende Schwellung
- Druckgefühl
- leichte Nachblutung
Tag 2
Tag 3
Tag 4
Dies stellt in den meisten Fällen einen normalen Heilungsverlauf dar.
Tag 5-7
Schmerzen, Schwellung und Spannungsgefühl bessern sich schrittweise.
Woche 2
Die Fäden werden entfernt.
Woche 3-8
Äußerlich bestehen meist kaum noch Beschwerden.
Monat 2-9
Je nach Ausgangssituation kann in dieser Phase die weitere implantologische Versorgung erfolgen.
Mögliche Komplikationen
Auch bei sorgfältiger Durchführung können Komplikationen auftreten.
Nachblutung
Stärkere Nachblutungen sind selten.
Wundheilungsstörung
Infektion
Mögliche Hinweise:
- zunehmende Schmerzen
- zunehmende Schwellung
- Eiteraustritt
- unangenehmer Geschmack
- Fieber
Freiliegen von Aufbaumaterial
Dadurch können Membranen oder Knochenaufbaumaterial sichtbar werden.
Meist ist dies im Rahmen der Planung berücksichtigt und kein Grund zur Sorge, wenn die Nächste Kontrolle länger als zwei Wochen angesetzt ist melden Sie sich bitte bei uns.
Teilweiser Verlust von Aufbaumaterial
Dies bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Knochenaufbau fehlgeschlagen ist sondern ist in der Planung berücksichtigt.
Unzureichende Knochenneubildung
Was ist normal – und was nicht?
Normal
- Schwellung
- Blutergüsse
- Spannungsgefühl
- Druckgefühl
- Berührungsempfindlichkeit
- Beschwerden beim Kauen
- leichte Mundöffnungseinschränkung
- leichte Nachblutungen
Nicht Normal
- Zunehmende Schwellung nach Tag 5
- Neu auftretende starke Schmerzen
- Anhaltende starke Blutung
- Eiteraustritt
- Freiliegende größere Materialbereiche
- Fieber über 38,5 °C
- Rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes
Wann sollten Sie uns kontaktieren?
Bitte nehmen Sie umgehend Kontakt mit uns auf bei:
- Fieber über 38,5 °C
- zunehmender Schwellung nach dem fünften Tag
- starken Schmerzen trotz Schmerzmitteln
- Eiteraustritt
- anhaltender starker Blutung
- Plötzlich Freiliegen von Membranen oder größeren Materialanteilen
- allergischen Reaktionen auf Medikamente
- neu auftretenden oder zunehmenden Gefühlsstörungen
Sport und körperliche Belastung
Verzichten Sie in der ersten Woche möglichst auf:
- Joggen
- Fitnessstudio
- Krafttraining
- Radfahren
- schwere körperliche Arbeit
Bei größeren Knochenaufbauten kann eine längere Schonungsphase sinnvoll sein.
Fäden und Kontrolltermine
Da nicht resorbierbare Fäden verwendet werden, ist eine Fadenentfernung erforderlich.
Diese dienen dazu:
- die Wundheilung zu kontrollieren
- Komplikationen frühzeitig zu erkennen
- die Einheilung des Knochenaufbaus zu überwachen
- den weiteren Behandlungsablauf zu planen


