Optimale Nachsorge verstehen

Weisheitszahn

Weisheitszähne sind die letzten Backenzähne im Kiefer. Sie brechen meist zwischen dem 16. und 25. Lebensjahr durch. Nicht jeder Mensch besitzt alle vier Weisheitszähne. Manche haben nur einen oder zwei, andere gar keine.

Probleme entstehen häufig durch:

  • Platzmangel
  • Schiefes Wachstum
  • Teilweisen Durchbruch
  • Wiederkehrende Entzündungen
  • Karies
  • Schädigung benachbarter Zähne
  • Zystenbildung
  • Druck auf Nachbarzähne
  • Kieferorthopädische Gründe

Warum müssen Weisheitszähne entfernt werden?

Eine Entfernung kann sinnvoll oder notwendig sein bei:

Wiederkehrenden Entzündungen

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Typische Beschwerden:

  • Schmerzen hinter dem letzten Backenzahn
  • Geschwollenes Zahnfleisch
  • Mundgeruch
  • Schluckbeschwerden

Platzmangel

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Der Weisheitszahn drückt gegen den Nachbarzahn.
Dies kann verursachen:

  • Schmerzen
  • Zahnverschiebungen
  • Karies am Nachbarzahn
  • Knochenabbau

Verlagerte Weisheitszähne

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Der Zahn liegt vollständig oder teilweise im Knochen.

Solche Zähne können:

  • Zysten bilden
  • Nachbarzähne schädigen
  • Entzündungen verursachen

Karies oder Parodontitis

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Wenn der Weisheitszahn nicht dauerhaft gesund erhalten werden kann.

Vorbereitung auf die Operation

Medikamente

Bitte informieren Sie uns über alle Medikamente.
Besonders wichtig sind:

Blutverdünner

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Blutverdünner

  • ASS
  • Clopidogrel
  • Marcumar
  • Eliquis
  • Xarelto
  • Pradaxa
  • Lixiana

Diese Medikamente dürfen niemals eigenständig abgesetzt werden.

Medikamente gegen Osteoporose

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Beispiele:

  • Bisphosphonate
  • Denosumab

Diese Medikamente können Einfluss auf die Knochenheilung haben.

Immunsuppressiva

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Beispiele:

  • Cortison
  • Methotrexat
  • Biologika

Medikamente

Bitte informieren Sie uns über alle Medikamente.
Besonders wichtig sind:

Erkrankungen

Bitte informieren Sie uns über alle Erkrankungen.
Besonders wichtig sind:

  • Herzkrankheiten
  • Diabetes
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Allergien
  • Asthma
  • Tumorerkrankungen
  • Strahlentherapien
  • Schwangerschaft

Essen und Trinken

Bei örtlicher Betäubung

  • Ein normales Frühstück oder Mittagessen ist ausdrücklich sinnvoll.
  • Bitte nicht nüchtern erscheinen.

Bei Sedierung oder Vollnarkose

  • Es gelten gesonderte Nüchternheitsregeln.
  • Diese erhalten Sie individuell.

Was Sie zuhause vorbereiten sollten

Besorgen Sie möglichst bereits vor der Operation:

  • Kühlpacks
  • Weiche Lebensmittel
  • Schmerzmittel gemäß Empfehlung
  • Zusätzliche Kopfkissen
  • Ausreichend Getränke

Essen und Trinken

Bitte erst essen wenn die Betäubung abgeklungen ist
geeignet sind unter anderem folgende Nahrungsmittel:

  • Kartoffelbrei
  • Joghurt
  • Pudding
  • Rührei
  • Suppen
  • Haferbrei
  • Smoothies ohne Strohhalm

Was passiert während der Weisheitszahnentfernung?

Betäubung

Der Eingriff erfolgt je nach Art und Umfang entweder in örtlicher Betäubung, in Sedierung oder in Vollnarkose. Während des Eingriffs spüren Sie normalerweise Druck, Vibrationen und Zugbewegungen. Schmerzen sollten Sie dabei jedoch nicht verspüren

Freilegung des Zahnes

Häufig liegt der Weisheitszahn teilweise oder vollständig im Knochen. In diesem Fall wird das Zahnfleisch vorsichtig eröffnet und der Zahn freigelegt.

Knochenabtragung

Oft muss ein kleiner Teil des umgebenden Knochens entfernt werden. Dies geschieht sehr schonend unter Kühlung.

Teilung des Zahnes

Viele Weisheitszähne werden während des Eingriffs in mehrere Teile zerlegt. Dadurch muss weniger Knochen entfernt werden und das Risiko von Komplikationen kann reduziert werden.

Entfernung

Die Zahnanteile werden einzeln entfernt. Anschließend wird die Wunde kontrolliert.

Reinigung

Entzündungsgewebe oder Zystenreste werden entfernt.

Wiederaufbau

Bei grossen Defekten oder komplizierten Lagen wird der der Bereich wieder aufgebaut um das Risiko für Folgekomplikationen und Langzeitschäden zu verringern.

Nahtverschluss

Die Wunde wird meist vernäht, die Fäden werden ca 10 Tage nach der OP gezogen

Besondere Techniken

Je nach Schwierigkeitsgrad kommen verschiedene Techniken zum Einsatz um die Sicherheit des Eingriffs zu erhöhen. Dazu gehört z.B. Navigationstechniken. Ihr Behandler wird dies mit Ihnen vor der OP besprechen ebenso wie die Kosten. Achtung – Die Kostenübernahme variiert je nach Versicherer stark.

Was ist unmittelbar nach der Operation normal?

Nach dem Eingriff können auftreten:

  • Taubheitsgefühl
  • Druckgefühl
  • Blutgeschmack
  • Leichte Nachblutung
  • Schwellung
  • Mundöffnungseinschränkung
  • Schluckbeschwerden
  • Kauschwierigkeiten

Diese Beschwerden sind meist völlig normal.

Verhalten in den ersten 24 Stunden

Auf den Tupfer beißen

30 bis 60 Minuten. Nicht ständig kontrollieren. Jedes Nachsehen kann die Blutgerinnung stören.

Nicht spülen

In den ersten 24 Stunden sollten Sie den Mund nicht kräftig spülen oder gurgeln. Der Blutpfropf, der sich in der Wunde bildet, ist entscheidend für eine gute und ungestörte Heilung.

Nicht rauchen

Nach dem Eingriff sollten Sie mindestens 72 Stunden, besser jedoch ein bis zwei Wochen, auf Nikotin verzichten. Nikotin erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen, Infektionen und eine Alveolitis sicca (trockene Alveole) deutlich

Kein Alkohol

Nach dem Eingriff sollten Sie auf Alkohol verzichten. Dies gilt für mindestens 24 bis 48 Stunden und bei Einnahme von Antibiotika häufig auch länger.

Keine Hitze

Nach dem Eingriff sollten Sie mindestens 48 Stunden lang Hitze vermeiden. Verzichten Sie in dieser Zeit auf Sauna, Dampfbad, heiße Bäder und intensives Sonnenbaden.

Kühlung

Kühlen Sie die betroffene Stelle für 15 Minuten und machen Sie anschließend 15 Minuten Pause. Wiederholen Sie dies über mehrere Stunden. Legen Sie das Kühlmittel nicht direkt auf die Haut.

Schlafen nach der Operation

In den ersten Nächten kann es hilfreich sein, den Oberkörper leicht erhöht zu lagern, zum Beispiel mit einem zusätzlichen Kissen. Dadurch können Schwellungen und Spannungsgefühle reduziert werden.

Ernährung nach Weisheitszahnentfernung

Tag 1 bis 3

Geeignet:

  • Joghurt
  • Quark
  • Kartoffelbrei
  • weiche Nudeln
  • Rührei
  • pürierte Suppen
  • Bananen
  • Haferbrei

Vermeiden Sie

  • Körner
  • Nüsse
  • Chips
  • Popcorn
  • harte Brotrinde
  • scharfe Speisen

Diese können in die Wunde gelangen.

Trinken

Mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich.

Geeignet:

  • Wasser
  • Tee
  • verdünnte Säfte

Keine Strohhalme verwenden.
Der Sog kann den Blutpfropf lösen.

Ab Tag 4 können Sie nach Beschwerden langsam die Kost normalisieren 

Mundhygiene

Operationstag

Zähne außerhalb des Operationsgebietes normal reinigen.
Die Wunde selbst nicht bürsten.

Ab dem Folgetag

Normale Mundhygiene fortführen.
Eine saubere Mundhöhle ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Heilung. Die Wunden selbst noch sehr sanft behandeln. 

Mundspüllösungen

Falls empfohlen:

  • Chlorhexidin
  • spezielle antiseptische Spüllösungen

Nicht länger anwenden als empfohlen.

Medikamente, z.B. Schmerzmittel

Bitte nehmen Sie Medikamente so wie verschrieben ein

Der normale Heilungsverlauf

Tag 1

  • Blutpfropf bildet sich
  • leichte Schmerzen
  • beginnende Schwellung

Tag 2

  • zunehmende Schwellung
  • Spannungsgefühl

Tag 3-4

Häufig stärkste Schwellung.

Dies ist meist normal.

Tag 5-7

  • langsamer Rückgang der Beschwerden
  • bessere Mundöffnung
  • weniger Schmerzen

Woche 2

Schleimhaut weitgehend verschlossen

Fäden werden entfernt oder lösen sich

Woche 4-8

Knochenheilung läuft weiter

Monat 3-6

vollständiger Knochenumbau schreitet fort

Welche Beschwerden sind normal?

Schmerzen

Normal:

  • leichte bis mäßige Schmerzen
  • Maximum häufig nach 24 bis 48 Stunden
  • anschließend kontinuierliche Besserung

Schwellung

Normal:

  • Zunahme bis Tag 2 oder 3
  • danach Rückgang

Mundöffnungs-einschränkung

Sehr häufig.

Die Kaumuskulatur reagiert auf den Eingriff ähnlich wie ein Muskel nach intensivem Training.

Schluck-beschwerden

Leichte Schluckbeschwerden sind besonders nach unteren Weisheitszahnentfernungen häufig.

Blutergüsse

Möglich sind:

  • blaue Flecken
  • gelbliche Verfärbungen
  • Schwellungen am Hals

Diese können 1 bis 3 Wochen sichtbar bleiben.

Was ist normal – und was nicht?

Normal

  • Blutiger Speichel
  • Schwellung bis Tag 4
  • Leichte Temperaturerhöhung
  • Druckgefühl
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Wundschmerz

Nicht Normal

  • Mund füllt sich ständig mit Blut
  • Schwellung nimmt nach Tag 5 weiter zu
  • Fieber über 38,5 °C
  • Atemnot
  • Zunehmende Kieferklemme
  • Massive Schmerzsteigerung nach mehreren Tagen

Seltene, aber wichtige Warnzeichen:
Dry Socket & Nachblutung

Alveolitis sicca (Dry Socket)

Eine der häufigsten Komplikationen.

Dabei geht der schützende Blutpfropf verloren.

Typische Zeichen:

  • zunächst gute Heilung
  • plötzlich starke Schmerzen nach 2 bis 5 Tagen
  • ausstrahlende Schmerzen ins Ohr
  • unangenehmer Geschmack
  • schlechter Mundgeruch

Dies erfordert eine Kontrolle in der Praxis.

Nachblutung

Leichte Blutungen sind häufig.

Bei stärkeren Blutungen:

  • Frischen Tupfer auflegen.
  • 30 Minuten fest zubeißen.
  • Nicht sprechen.
  • Nicht spülen.

Wenn die Blutung anhält: Praxis oder Notdienst kontaktieren.

Mögliche Komplikationen

Infektion

Mögliche Symptome:

  • zunehmende Schwellung
  • pochende Schmerzen
  • Eiteraustritt
  • Fieber

Nervverletzung

Besonders bei unteren Weisheitszähnen.

Mögliche Beschwerden:

  • Taubheitsgefühl der Lippe
  • Taubheitsgefühl des Kinns
  • Taubheitsgefühl der Zunge

Die meisten Veränderungen bilden sich zurück.

Kieferhöhleneröffnung

Bei oberen Weisheitszähnen möglich.

Hinweise:

  • Lufttritt zwischen Mund und Nase
  • Flüssigkeit läuft in die Nase

Bitte umgehend melden.

Kieferbruch

Extrem selten.

Vor allem bei:

  • sehr tief verlagerten Zähnen
  • stark geschwächtem Knochen

Wann sollten Sie sofort Kontakt aufnehmen?

Bitte melden Sie sich umgehend bei Ihrem Behandler bei:

  • Fieber über 38,5 °C
  • zunehmender Schwellung nach dem dritten Tag
  • Atembeschwerden
  • Schluckbeschwerden mit Verschlechterung
  • Eiteraustritt
  • anhaltender starker Blutung
  • massiven Schmerzen trotz Schmerzmitteln
  • allergischen Reaktionen
  • Gefühlsstörungen, die neu auftreten oder sich verschlechtern

Sport und körperliche Belastung

Erste Woche

Vermeiden:

  • Fitnessstudio
  • Joggen
  • Radfahren
  • schwere körperliche Arbeit

Danach

Leichte Belastung meist nach: 5 bis 7 Tagen
Intensiver Sport häufig nach: 10 bis 14 Tagen
abhängig vom individuellen Heilungsverlauf.

Arbeiten und Schule

Je nach Umfang des Eingriffs:

Ein Weisheitszahn
Oft nach 1 bis 2 Tagen möglich.

Vier Weisheitszähne
Häufig sinnvoll: 3 bis 7 Tage Erholung, bei komplexen Fällen auch 2 Wochen

Zusammenfassung

Die meisten Beschwerden nach einer Weisheitszahnentfernung erreichen ihr Maximum erst am zweiten bis vierten Tag. Schwellungen, Druckgefühl, leichte Nachblutungen, Schluckbeschwerden und eine eingeschränkte Mundöffnung gehören häufig zum normalen Heilungsverlauf. Entscheidend für eine komplikationsfreie Heilung sind konsequente Kühlung, körperliche Schonung, gute Mundhygiene, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und der Verzicht auf Rauchen. Anhaltende starke Blutungen, Fieber, zunehmende Schwellungen nach dem dritten Tag, Atemprobleme oder starke Schmerzen nach zunächst guter Heilung sollten immer zeitnah kontrolliert werden.